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Pauperismus
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Pauperismus (von lateinisch pauper âarmâ) bezeichnet die zunehmende Verarmung der Arbeiterschicht (englisch Labouring Poor) und die Verelendung groĂer Bevölkerungsteile unmittelbar vor der Industrialisierung.cite-ref-1[1]
Contents
âą Allgemeines
âą Friedrich Engels
âą Wilhelm Abel
âą Reaktionen
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Allgemeines
Die Bezeichnung entstand, nachdem der Wirtschaftsoptimismus Adam Smiths (âunsichtbare Hand des freien Marktesâ) nicht funktionierte, zu einer Zeit katastrophaler Krisenjahre (Missernten, Hungersnöte, fortgeschrittene IndustrialisierungsbemĂŒhungen) in England Ende des 18. Jahrhunderts.cite-ref-2[2] In Deutschland bezieht sich der Begriff auf die Gesellschaftskrise des VormĂ€rz.cite-ref-3[3]
âDer Pauper des beginnenden 19. Jahrhunderts ist eine Figur, die dem Bettler und Vagabunden des 16. und 17. Jahrhunderts in gewisser Weise gleicht. Er ist ein Produkt der sozialen Unsicherheit und zugleich verkörpert er das Phantasma einer herrschenden Elite, die sich in ihrer Sicherheit bedroht fĂŒhlt. Er dĂŒrfte â der Theorie zufolge â gar nicht vorhanden sein und bevölkert scheinbar doch die StĂ€dte und Gemeinden.â
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Matthias Bohlender
Karl Marx bezog sich mit der âursprĂŒnglichen Akkumulationâ genau auf diese Zeit hinsichtlich der Einhegungsbewegung in England und versuchte einen ErklĂ€rungsansatz:
âHistorisch epochemachend in der Geschichte der ursprĂŒnglichen Akkumulation sind alle UmwĂ€lzungen, die der sich bildenden Kapitalistenklasse als Hebel dienen; vor allem aber die Momente, worin groĂe Menschenmassen plötzlich und gewaltsam von ihren Subsistenzmitteln losgerissen und als vogelfreie Proletarier auf den Arbeitsmarkt geschleudert werden. Die Expropriation des lĂ€ndlichen Produzenten, des Bauern, von Grund und Boden bildet die Grundlage des ganzen Prozesses. [âŠ] Vielmehr im trotzigsten Gegensatz zu Königtum und Parlament schuf der groĂe Feudalherr ein ungleich gröĂeres Proletariat durch gewaltsame Verjagung der Bauernschaft von dem Grund und Boden, worauf sie denselben feudalen Rechtstitel besaĂ wie er selbst, und durch Usurpation ihres Gemeindelandes. Den unmittelbaren AnstoĂ dazu gab in England namentlich das AufblĂŒhn der flandrischen Wollmanufaktur und das entsprechende Steigen der Wollpreise. Den alten Feudaladel hatten die groĂen Feudalkriege verschlungen, der neue war ein Kind seiner Zeit, fĂŒr welche Geld die Macht aller MĂ€chte. Verwandlung von Ackerland in Schafweide ward also sein Lösungswort. Harrison, in seiner âDescription of England. Prefixed to Holinshedâs Chroniclesâ, beschreibt, wie die Expropriation der kleinen Bauern das Land ruiniert. âWhat care our great incroachers!â (Was fragen unsre groĂen Usurpatoren danach?) Die Wohnungen der Bauern und die Cottages der Arbeiter wurden gewaltsam niedergerissen oder dem Verfall geweiht.âcite-ref-5[5]cite-ref-6[6]
Heute besteht ĂŒber die Entstehung dieser zunehmenden Massenarmut kein Konsens monokausaler ErklĂ€rung. Vielmehr sei eine Vielzahl von Faktoren verantwortlich, die schlieĂlich dazu fĂŒhrten, dass eine breite Bevölkerungsschicht nicht mehr in der Lage war, fĂŒr das eigene Auskommen zu sorgen. Mit dieser elenden Situation gingen gesellschaftliche Auflösungserscheinungen wie Unruhen, Epidemien und Verwahrlosung unter den Betroffenen einher (â Soziale Frage).cite-ref-7[7]
Vorindustrielles Bevölkerungswachstum
Ab etwa 1750 nahm in Deutschland die Bevölkerung rapide zu; von etwa 16â18 auf 22â24 Millionen Menschen im Jahr 1800. Dabei vermehrte sich besonders die lĂ€ndliche Unterschicht. Möglich geworden war das Bevölkerungswachstum zunĂ€chst durch eine Erweiterung des Nahrungsspielraumes, durch Ausbau der AnbauflĂ€chen und verbesserte Bewirtschaftungsmethoden in der Landwirtschaft, erzwungen wurde es wĂ€hrend der merkantilistischen Zeit durch die geburtenfreundliche Bevölkerungspolitik der absolutistischen Herrscher. Insbesondere die EinfĂŒhrung der Kartoffel hat die Grundversorgung der lĂ€ndlichen Massen erst ermöglicht; sie stellte im Vergleich zum Getreide bei gleicher AnbauflĂ€che die 3,6-fache Nahrungsenergie zur VerfĂŒgung. DarĂŒber hinaus wurden neue ArbeitsplĂ€tze und damit Existenzmöglichkeiten geschaffen, vor allem in der Hausindustrie. Auch fielen grundherrschaftliche Bindungen und damit HeiratsbeschrĂ€nkungen weg. Die in Teilen Deutschlands herrschende Erbpraxis der Realteilung, bei welcher der vorhandene Besitz gleichmĂ€Ăig auf die mĂ€nnlichen Erben verteilt wurde, ermöglichte allen Söhnen eine Lebensgrundlage, wenngleich auf niedrigerem Niveau. Es fanden also mehr und mehr Menschen fĂŒr sich und ihre Familie ein Auskommen (allerdings oft nur an der Grenze zum Existenzminimum). Diese Entwicklung begleitete (nachgĂ€ngig) ein Sinken der Sterblichkeitsrate, durch u. a. verbesserte ErnĂ€hrung und Medizin. Massenauswanderung z. B. in die USA verringerte zudem den ökonomischen Wettbewerbsdruck auf die Verbliebenen. Im 19. Jahrhundert weitete sich dieses Wachstum zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion aus.
Das Bevölkerungswachstum hatte gewaltige soziale Konsequenzen, da zunÀchst die ProduktivitÀt der Wirtschaft mit den gestiegenen Anforderungen nicht mithalten konnte. Viele Menschen suchten ihr Auskommen nun im Gewerbe, besonders in Hausindustrie und Handwerk.
Entstehung der Lohnarbeiterschaft
Mit der Entwicklung der Hausindustrie ab dem SpĂ€tmittelalter waren in manchen Gegenden bedeutende Bevölkerungsschichten faktisch zu abhĂ€ngigen Lohnarbeitern geworden: Ein Verleger belieferte die Produzenten an ihrem Wohnort mit Rohstoffen und nahm das fertige Produkt wieder ab. Auf Grund der stark arbeitsteiligen Produktion waren die erforderlichen ArbeitsgĂ€nge schnell zu erlernen; damit waren die Arbeiter leicht austauschbar. Die Ăberbesetzung erzeugte Preisdruck, den die Heimarbeiter durch Mehrarbeit auszugleichen suchten. Dadurch verschĂ€rften sie die Situation immer mehr.
Als weiteren lĂ€ndlichen Gewerbezweig, in dem Lohnarbeiter tĂ€tig waren, gab es die Manufaktur. Dies war ein meist zentralisierter GroĂbetrieb, in dem unselbststĂ€ndige Handwerker beschĂ€ftigt wurden, aber auch Insassen von Zwangsanstalten.
Mit der Bauernbefreiung wurden auch aus den vormals in der Grundherrschaft oft eigenstĂ€ndig wirtschaftenden Bauern lohnabhĂ€ngige Landarbeiter: Zwar waren sie nun rechtlich frei, die Freiheit allerdings mussten sie sich vom Grundherren erst teuer erkaufen. Dies zwang viele, sich dem Herren anschlieĂend als Lohnarbeiter anzubieten. Gerade in den ostelbischen Gebieten wurde dieser Prozess von den Gutsbesitzern aktiv vorangetrieben, da sie an einer Landarbeiterschicht, die es im Gegensatz zu den gutsabhĂ€ngigen Bauern nicht zu versorgen galt, starkes Interesse hatten.
Auch in den StĂ€dten entstanden viele Lohnarbeitergruppen, so in den neu entstehenden Fabriken. Die Lockerung der Zunftschranken und die Ăberbesetzung des Handwerks hatten auĂerdem zur Folge, dass viele Handwerker ebenfalls nur noch als Lohnarbeiter BeschĂ€ftigung fanden.cite-ref-8[8] AuĂerdem standen sie nun in Konkurrenz mit industrieller und heimgewerblicher Produktion.
All diese genannten Lohnarbeitergruppen waren dem traditionellen Sicherungssystem, beispielsweise in Grundherrschaft oder Zunft, entzogen. Sie waren leicht ersetzbar und hatten auĂer ihrer Arbeitskraft keine Möglichkeit zur Existenzsicherung. Damit war ihre Existenzgrundlage konjunkturellen Krisen und Missbrauch/Ausnutzung gegenĂŒber Ă€uĂerst anfĂ€llig.
ErklÀrungsversuche
Entstehung des Begriffs
Die Begriffe Pauper und Pauperismus erscheinen in der englischen Sprache zu Beginn des 19. Jahrhunderts, womit eine neue Form der Armut bezeichnet wurde: nicht eine individualisierte Armut oder eine solche, die mit auĂerordentlichen UmstĂ€nden wie z. B. Missernten gekoppelt ist, sondern eine Massenarmut, die vom lĂ€ndlichen Raum in die StĂ€dte getragen wurde, wo sie quasi eine der Grundlagen der Industrialisierung bildete und deren negative Begleiterscheinung blieb. Ein französischer Betrachter gebraucht folgende Formulierung: âDer Pauperismus ist, will man ihn durch ein einziges Wort definieren, die Epidemie der Armutâ (Ămile Laurent, 1865).
In seinem groĂen Werk De la misĂšre des classes laborieuses en Angleterre et en France (1840) behauptet EugĂšne Buret, dass âder aus England entliehene Ausdruck des Pauperismus die Gesamtheit aller PhĂ€nomene der Armut umfasst. Dieses englische Wort soll fĂŒr uns Elend im Sinne von gesellschaftlicher Plage, öffentliches Elend bedeuten.â
Die von der Académie des sciences morales et politiques gestellte Preisfrage nach den Ursachen der Armut wurde von Pierre-Joseph Proudhon aufgegriffen und in den Titel gesetzt von seinem SystÚme des contradictions économiques ou Philosophie de la misÚre (1846).
Das Wort âPauperismusâ geriet allmĂ€hlich auĂer Gebrauch.cite-ref-9[9]
Friedrich Engels
Friedrich Engels machte in seiner Studie ĂŒber die Lage der arbeitenden Klasse in England die frĂŒhe Industrialisierung mit der Umstellung von Handarbeit auf produktivere maschinelle Fabrikarbeit und die Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitaleigner fĂŒr die Massenarmut verantwortlich. Sie mag vielleicht dazu gedient haben, das Elend des Industrieproletariats verschĂ€rft darzustellen, um die politischen Forderungen Engelsâ zu unterstĂŒtzen. TatsĂ€chlich bemerkten bereits Zeitgenossen, dass die Industrie Armut nicht nur erzeuge, wie Engels behauptete, sondern sie auch anzog. Pauperismus zeigte sich auch dort, wo es keine Fabrikarbeit gab, so bei den schlesischen Webern, die auf Grund veralteter Produktionsmethoden (Heimarbeit) der industriellen Konkurrenz nicht mehr gewachsen waren.
Wilhelm Abel
Eine ganz andere These als Engels brachte spÀter der Agrarhistoriker Wilhelm Abel vor. Seiner Ansicht nach war der Pauperismus lediglich der AuslÀufer der alten vorindustriellen Armut, verschÀrft durch das schnelle Bevölkerungswachstum bei noch geringem ProduktivitÀtszuwachs. Im Gegensatz zu Engels sah er die Industrialisierung als Rettung aus der Pauperismuskrise.
Pauperismus als Folge der preuĂischen Reformen
Weiterhin existiert noch die Ăberlegung, dass der Pauperismus die Folge der preuĂischen Reformen sei, welche HeiratsbeschrĂ€nkungen aufhoben und FreizĂŒgigkeit gestatteten. Dies habe Bevölkerungsdruck erzeugt und die Kleinbauern in das Landarbeiterproletariat herabgedrĂŒckt.cite-ref-10[10] Durch die EinfĂŒhrung der Gewerbefreiheit und die Abschaffung des aus dem Mittelalter stammenden Zunftwesens entfielen nicht nur protektionistische Regeln zugunsten ihrer Mitglieder, die auch weniger effektiven Betrieben ein Ăberleben ermöglichen konnten. Auch die durch die ZĂŒnfte organisierten sozialen Hilfen fĂŒr ihre in Not geratenen Mitglieder und Familienangehörigen fielen weg. Dieser Wegfall betraf aber nur den ĂŒber die ZĂŒnfte organisierten Teil der Wirtschaft.
Pauperismus und Revolte
Auch wenn die Geschichte der Arbeiterbewegung meist erst mit den ersten OrganisationsgrĂŒndungen in den 1830er Jahren angesetzt wird, sehen einige Historiker wie Ahlrich Meyer in den Strategien der Bevölkerung gegen den Pauperismus eine Wurzel nicht nur des Proletariats, sondern auch der Arbeiterbewegung. Diese Strategien umfassten Aneignungen, die oft erst im Nachhinein zu âDiebstĂ€hlenâ umdefiniert wurden â wie etwa das Holzsammeln in herrschaftlichen WĂ€ldern. Aber auch Unruhen und erste Streiks gehörten zur Gegenwehr der Pauper. Sie wehrten sich damit einerseits gegen existenzielle Not und Hunger, andererseits auch gegen den vorher unbekannten Zwang zur kapitalistischen Fabrikdisziplin, der durch Institutionen wie ArbeitshĂ€user Anfang des 19. Jahrhunderts auch staatlich durchgesetzt wurde.cite-ref-11[11]
Pauperismus als Folge verschiedener Entwicklungen
Heute ist man sich in der Forschung weitgehend einig, dass es fĂŒr den Pauperismus keine monokausale ErklĂ€rung gibt. Vielmehr war es das schnelle Bevölkerungswachstum bei stagnierendem ProduktivitĂ€tszuwachs, welches einen bedeutenden Teil der Bevölkerung am Existenzminimum leben lieĂ. Als sich dann eine Agrarkrise mit Missernten (Getreide, Kartoffeln) mit der ersten neuartigen gesamtwirtschaftlichen Rezession verband, entstand die eigentliche Pauperismuskrise. UrsĂ€chlich war demnach also das Zusammentreffen von Krisenerscheinungen alten, vorindustriellen Stils und solcher der gerade aufkommenden Industrialisierung â die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Zudem konnten sich Armutskrisen auf Grund besonderer UmstĂ€nde regional und sektoral zuspitzen, obwohl es insgesamt eine Besserung der materiellen Versorgungslage gab. Beispiel sind die wesentlich durch die KartoffelfĂ€ule bei gleichzeitiger groĂer AbhĂ€ngigkeit von diesem Nahrungsmittel verursachte GroĂe Hungersnot in Irland zwischen 1845 und 1852 oder der hauptsĂ€chlich durch Verlust der WettbewerbsfĂ€higkeit gegenĂŒber der industriellen Konkurrenz aus England verursachte Schlesische Weberaufstand im Jahr 1844.
Religiöser Pauperismus im Mittelalter
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Hauptartikel
:
Armutsstreit
Ende des 12. Jahrhunderts entstanden in Europa als Protest gegen den zunehmenden Reichtum der Kirche auch âfreiwilligeâ Armutsbewegungen. Die Idee, die hinter diesen Bewegungen steht, wird ebenfalls Pauperismus genannt, meint jedoch in diesem Falle eine politische Idee und nicht ein soziologisches PhĂ€nomen. Der mittelalterliche Pauperismus sah in der Armut Jesu Christi ein erstrebenswertes Ideal. Durch Verzicht auf persönlichen Besitz wollten die AnhĂ€nger dieser Bewegungen ihrem Jesus auf ganz besondere Weise nahe sein. Sie provozierten durch ihren Lebensstil viele MĂ€chtige in der Kirche und wurden deshalb bisweilen blutig verfolgt (Waldenser). Als bekanntester Vertreter des Pauperismus gilt Franz von Assisi.cite-ref-12[12]
Reaktionen
Staat und Gesellschaft reagierten auf diese sozialen Entwicklungen sowohl repressiv als auch mit Hilfeangeboten. Das Arbeitshaus stellte eine Mischform dar, in der Arbeits- und Obdachlose zwar versorgt, aber zur harten Arbeit gezwungen wurden. Der Schwerpunkt der Motivlage wird oftmals nicht in der Hilfe gelegen haben, sondern in der PrĂ€vention von Straftaten. Auf kommunaler Ebene bildeten sich aber auch andere Initiativen. So lieĂ zum Beispiel die Stadt Köln in den Jahren 1739/40 insgesamt 20.700 sogenannte Brodtpfenninge prĂ€gen, mit denen bedĂŒrftigen Kölnern der auf Grund der Missernten stark gestiegene Brotpreis subventioniert wurde. Der vom Elberfelder BĂŒrgermeister und Bankier Jakob Aders 1816 initiierte und mitgegrĂŒndete, aber nur kurz bestehende Elberfelder Kornverein sollte durch die Bildung von Getreidereserven die Folgen von Missernten fĂŒr die Bevölkerung abfederncite-ref-13[13] und war ein Wegbereiter des Elberfelder Systems der Armenpflege.
Von Kriegs- und Nachkriegszeiten abgesehen, endete der Pauperismus in Westeuropa mit einer weiteren Zunahme der ProduktivitĂ€t im 19. Jahrhundert und der Möglichkeit, mit Hilfe verbesserter Transportmöglichkeiten NahrungsmittelĂŒberschĂŒsse in einer Region leichter in Regionen mit VersorgungsengpĂ€ssen transportieren zu können. Wesentlich fĂŒr die Abnahme der Armut waren auch die EinfĂŒhrung von Sparkassen, mit der die Bildung von kleinen und verzinsten Geldreserven ermöglicht wurde, und die EinfĂŒhrung der Sozialversicherungssysteme. Die Bismarcksche Sozialgesetzgebung nach der ReichsgrĂŒndung 1871 wurden dabei beispielhaft auch fĂŒr andere Staaten.
Siehe auch
Literatur
âą Karl Bosl: Potens und Pauper. Begriffsgeschichtliche Studien zur gesellschaftlichen Differenzierung im frĂŒhen Mittelalter und zum âPauperismusâ des Hochmittelalters. In: Karl Bosl: FrĂŒhformen der Gesellschaft im mittelalterlichen Europa: AusgewĂ€hlte BeitrĂ€ge zu einer Strukturanalyse der mittelalterlichen Welt. Oldenbourg, MĂŒnchen 1964, DNB 450568512, S. 106â134.
âą Fritz Dross: Pauperismus. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1116â1118.
âą Wolfram Fischer: Armut in der Geschichte. Erscheinungsformen und Lösungsversuche der âSozialen Frageâ in Europa seit dem Mittelalter. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, ISBN 3-525-33465-6.
âą Carl Jantke, Dietrich Hilger (Hrsg.): Die Eigentumslosen: Der Deutsche Pauperismus und die Emanzipationskrise in Darstellungen und Deutungen der zeitgenössischen Literatur. Freiburg/MĂŒnchen, 1966, DNB 451070097 (= Orbis Academicus, 2. Geschichte der politischen Ideen in Dokumenten und Darstellungen. Band 7).
âą Ralf Hoffrogge: Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland â Von den AnfĂ€ngen bis 1914. Schmetterling, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-89657-655-2.
âą Ahlrich Meyer: Die Logik der Revolten â Studien zur Sozialgeschichte 1789â1848. Schwarze Risse, Rote StraĂe, Berlin / Hamburg 1999, ISBN 3-924737-42-8.
âą Christoph SachĂe, Florian Tennstedt: Geschichte der ArmenfĂŒrsorge in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 1998, Band 1: Vom SpĂ€tmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, ISBN 3-17-015290-4.
âą Alexis de Tocqueville: Das Elend der Armut: Ăber den Pauperismus. Avinus, Berlin 2007, ISBN 978-3-930064-75-5.
Weblinks
Wikisource: Themenseite Armut
â Quellen und Volltexte
Wiktionary: Pauperismus
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Christopher JĂŒtte: Der Pauperismus. In: Lemoâ lebendiges Museum Online. Hrsg.: Deutsches Historisches Museum (Berlin), 30. MĂ€rz 2015, abgerufen am 30. Oktober 2020 (Text: CC BY NC SA 4.0).
Einzelnachweise
cite-note-11. â Fritz Dross: Pauperismus. S. 1116 f.
cite-note-22. â Matthias Bohlender: Soziale (Un-)Sicherheit. In: Herfried MĂŒnkler, Matthias Bohlender, Sabine Meurer (Hrsg.): Sicherheit und Risiko: Ăber den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert. Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1229-5, S. 109 ff.
cite-note-33. â Fritz Dross: Pauperismus. S. 1117.
cite-note-41. Soziale (Un-)Sicherheit. In: Sicherheit und Risiko. Ăber den Umgang mit Gefahr im 21. Jahrhundert. Bielefeld 2010, S. 110 f.
cite-note-55. â Karl Marx: Das Kapital, Bd. 1, Vierundzwanzigstes Kapitel: Die sogenannte ursprĂŒngliche Akkumulation.
cite-note-66. â Siehe auch: Volker Kruse: Soziologie und âGegenwartskriseâ: Die Zeitdiagnosen Franz Oppenheimers und Alfred Webers. Deutscher UniversitĂ€ts-Verlag, Wiesbaden, 1990, ISBN 978-3-8244-4057-3, S. 91 f. Gerhard K. SchĂ€fer: Geschichte der Armut im abendlĂ€ndischen Kulturkreis. In: Ernst-Ulrich Huster, JĂŒrgen Boeckh, Hildegard Mogge-Grotjahn (Hrsg.): Handbuch Armut und soziale Ausgrenzung. Springer VS, Wiesbaden, 2. Auflage, 2012, ISBN 978-3-531-19256-7, S. 274.
cite-note-77. â Der Pauperismus und dessen BekĂ€mpfung durch eine bessere Regelung der ArbeitsverhĂ€ltnisse. In: Deutsche Vierteljahresschrift. 1844, H. 3, S. 315 ff., archiviert vom Original am 4. September 2012; abgerufen am 22. September 2015 (wiedergegeben im âvirtuellen Geschichtsheft fĂŒr den Unterricht am stĂ€dtischen Louise-Schroeder-Gymnasium in MĂŒnchenâ). Hans Holger Lorenz: Auswirkungen der preuĂischen Reformen zur Befreiung aus der Leibeigenschaft in Deutschland im 19. Jahrhundert. In: bauernkriege.de. Archiviert vom Original am 24. Juli 2012; abgerufen am 22. September 2015 (Ursachen der âWirtschaftskriseâ: z. B. sog. âBauernbefreiungâ, Aufhebung der napoleonischen Kontinentalsperre, u. Ă.).
cite-note-88. â Ralf Hoffrogge: Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland. S. 29 ff.
cite-note-99. â François-Xavier Merrien: Pauperismus. In: Wörterbuch der Sozialpolitik. Archiviert vom Original am 24. MĂ€rz 2013; abgerufen am 21. August 2020.
cite-note-1010. â Ahlrich Meyer: Die Logik der Revolten. S. 108.
cite-note-1111. â Ahlrich Meyer: Die Logik der Revolten.
cite-note-1212. â Pietro Massa: Franz von Assisi Ein Mann des Friedens, geformt von der Liturgie. In: 30giorni.it. September 2005, abgerufen am 20. August 2020.
cite-note-1313. â Stefan GoriĂen: Vom Handelshaus zum Unternehmen. Sozialgeschichte der Firma Harkort im Zeitalter der Protoindustrie (1720-1820), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, S. 92.